Glocken von St. Joseph
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Quellen und Veröffentlichungen zur Glockengeschichte
Im untersetzten Turm mit flachem Dach und hohem Kreuz befinden sich die Glocken.
Seit
der Glockenforschung von Dirk Federau (2010) wissen wir,
dass entgegen der Überlieferung in gedruckten Pfarrchroniken
wohl nur zwei Glocken schlesischer Herkunft sind und eine lange Wanderschaft hinter sich haben.
Diese beiden landeten im Krieg (1939 - 1945) auf dem Hamburger Glockenfriedhof und wurden aus Hünfeld (Hessen) hertransportiert.
Ihr Schicksal ist rasch erzählt: Im Zweiten Weltkrieg kamen die Glocken, wie zehntausende andere auch, nach Hamburg zur Einschmelzung zu Rüstungszwecken. Die Glocken aus Breslau entkamen jedoch diesem Schicksal und lagerten zunächst auf dem "Glockenfriedhof" in Hamburg.
Viele beschlagnahmte Glocken wurden nach dem Krieg zurückgegeben, nicht jedoch die Glocken aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches. Diese wurden als "Leihglocken" an Kirchen weitergegeben, die den Verlust der eigenen Glocken beklagten oder neu gebaut wurden.
Hier werden wir nun weiterforschen!
Unsere Größte, in Breslau gegossen, ist über 380 Jahre alt.
Zu unserer Freude sind im Turm erhalten die Glocke St. Bonfiatius (Fa. Otto, 1907) und die Glocke St. Joseph (derzeit noch unklare Herkunft 1926?). - Pfarrchronik -
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Heimatruf: "Wo Heimatglocken läuten"
Über das Schicksal der Namslauer Glocken berichtete unsere Heimatfreundin Fräulein Christamarie BRAUNE-KRIKAU in einem interessanten Beitrag zu der Festschrift zu unserem ersten großen Heimattreffen im Jahre 1956.
Im Winter 1941/42 verstummten viele Glockentürme, ganz andere konnten nur noch die kleinste Glocke ertönen lassen. Nur 5 vom Hundert des gesamten Glockenbestandes verblieben auf den Kirchtürmen; alle übrigen wurden beschlagnahmt, um der Knappheit an Kupfer abzuhelfen.
Diesmal waren auch die alten unersetzlichen Zeugen deutscher Kunst-, Musik- und Kirchengeschichte aus vergangenen Jahrhunderten unter ihnen. An der Kartoffeltrocknungsfabrik war das Sammellager für die Glocken aus Stadt und Kreis Namslau.
Im Jahre 1942 wurden sie nach dem Freihafen in Hamburg verladen. Kaum jemand wird noch die Hoffnung gehabt haben, daß diese ehernen Zeugen unserer Geschichte erhalten bleiben würden. Es erscheint auch tatsächlich wie ein Wunder, daß im Glockenlager des Hamburger Freihafens nach Beendigung des Krieges 16.000 Glocken, darunter 1.300 aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie der Ein-schmelzung und der Vernichtung durch Kriegseinwirkungen entgangen waren. Nachdem eine von der polnischen Regierung beantragte Auslieferung durch Beschlagnahme abgewendet worden war, übergab die spätere Zivilverwaltung die Glocken des deutschen Ostens leihweise zu treuen Händen an Patengemeinden innerhalb der Bundesrepublik.
Unter ihnen befinden sich 14 katholische Kirchenglocken aus Stadt und Kreis Namslau und zwei Glocken aus dem 1945 abgebrannten Ständerwerk-Turm in Krickau. Unsere Patenkreisverwaltung Euskirchen hat in den Heimatkalender 1962 für den Landkreis Euskirchen einen reich bebilderten Artikel des früheren schlesischen Provinzial-Konservators Prof. Dr. GRUNDMANN "Glocken läuteten über Schlesien" übernommen, in denen er über die Geschichte und die Gestaltung der schlesischen Glocken und ihr Schicksal nach dem Kriege berichtet.
Besondere Erwähnung findet dort die große und prächtige Glocke der katholischen Pfarrkirche zu Namslau, ein Werk des bekannten Breslauer Glockengießers (Jacob GÖTZE aus dem Jahre 1621, das mit dem Namslauer Stadtwappen und nachstehender Inschrift verziert ist: "Ich will ihre Sünden mit der Ruten heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen. Aber meine Gnade will ich nicht von ihnen wenden und meine Weisheit nicht lassen fehlen." (89. Psalm) Fräulein BRAUNE-KRIKAU und Prof. GRUNDMANN haben einige Angaben über den jetzigen Aufenthaltsort der erhaltenen Namslauer Glocken gemacht.
Wir haben uns bemüht, diese Angaben durch Befragung des Deutschen Glockenarchivs in Hamburg, Baron-Vogh-Straße 50, und der bischöflichen Ordinariate zu vervollständigen. Im Folgenden bringen wir das Ergebnis unserer Feststellungen in der Annahme, daß es unsere Landsleute interessieren wird, wo heute die Glocken ertönen, deren Klang in der Heimat ihren ganzen Lebensweg begleitet hatte: Standorte der Glocken
| in der Heimat | heute |
| große Glocke der kath. Pfarrkirche Kirche in Namslau | Kirche St. Josef, Kassel-Rothenditmold, Marburger-Straße 87 |
| kleinere Glocke der Kath. Pfarrkirche in, Namslau | Dob1enburg/Hannover |
| 2 Glocken der kath. Kirche in Dammer | Kirche St. Maria in Buxtehude |
| 2 Glocken der kath. Kirche in Giesdorf | Kirche St. Nicolaus in Elmshorn |
| zwei Glocken der kath. Kirche in Kaulwitz | Kirche Christkönig in Uetersen/Holstein |
| zwei Glocken der kath. Kirche in Strehlitz | eine Glocke im Kloster Schönau Kr. St. Goarshausen
eine Glocke in St. Barbara in Neger über Olpe/ Westf. |
| eine Glocke der kath. Kirche in Altstadt | Christus König-Kirche in Köln-Weidenpesch. |
| eine Glocke der kath. Kirche von Windisch-Marchwitz | Kirche St. Konrad von Parzham Waldbröl-Ziegenhardt /Oberb.Krs. |
| eine Glocke der kath. Kirche von Hennensdorf | kath. Diaspora-Pfarrgemein schaft Ehningen Kr.Böblingen/Württbg. |
| eine Glocke der kath. Kirche von Jakobsdorf | Gemeinde Horrenberg Pfarrei Balzfeld über Wiesloch Kreis Heidelberg |
| zwei Glocken aus Krickau | Gemeinde Osterode/Harz, dem letzten Wohnsitz des Patrons, Herrn BRAUNE-KRIKAÜ. |
Artikel aus "Quelle: Heimatruf Nr. 23 / 1962"dankenswerterweise übermittelt durch Berthold Blomeyer, den 1.Vors. der NAMSLAUER HEIMATFREUNDE im März 2010. Vergelt´s Gott! Info unter http://www.namslau-schlesien.de/
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