Unsere
 Hilfsmöglichkeiten

Projekte, Aktivitäten und Pläne des freiwilligen und ehrenamtlichen Auslandsdienstes der Kassler Malteser stellen wir Ihnen hier vor. Für unsere Arbeit sind wir auf Spenden der Bevölkerung angewiesen!
 

Günter-Krönung-Stiftung: Glauben & Helfen

Die GKS ist eine Stiftung der Familie Krönung und Ihrer Freunde für Menschen in Not. Gegründet wurde sie am 8. August 2005, um die segensreiche Arbeit der Malteser auf dem Petersberg und in Schröck im In- und Ausland zu fördern und zu unterstützen.

Website der GKS-Stiftung

Malteser Auslandsdienst

Hilfsgüterfahrten, Projektreisen, Jugendfahrten,  Netzwerkarbeit... sind Bausteine in der ehrenamtlichen Auslandsarbeit. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende!

Streben nach Frieden und Gerechtigkeit

Kasseler Malteserjugend besuchte Srebrenica in Bosnien
  Kassel/Tuzla. Unter dem Motto "Niemals vergessen - niemals wiederholen" war eine Gruppe der Malteserjugend Kassel mit Pfarrer Stefan Krönung in den hessischen Sommerferien unterwegs nach Srebrenica. Das Ziel war nicht nur die durch den Bosnien-Krieg traurige Berühmtheit erlangte Kriegsstadt, sondern auch der Weg dorthin und die Begegnung mit jungen Menschen in Bosnien und Herzegowina. "Den Massakern von Srebrenica fielen tausende Menschen zum Opfer", sagt Krönung, Stadtseelsorger der Malteser in Kassel. "Diese Menschen sind unter den denkbar grausamsten Umständen getötet worden. Wer fliehen konnte, trägt Narben und Verletzungen an Seele und oft am Leib durchs Leben".
Mit der Reise wolle die Malteserjugend an die Opfer erinnern und ein Zeichen dafür setzen, dass sich so eine Katastrophe nie mehr wiederholt. „Die Menschheitsfamilie muss zueinander finden und nach Frieden und Gerechtigkeit streben", begründet Krönung. Die jungen Leute aus Kassel legten mehr als 1500 km zurück, um Srebrenica zu erreichen und am 11. Juli - dem 13. Jahrestag des Massakers von Srebrenica - mit rund 40.000 Menschen in Bosnien an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen.
Auch dieses Jahr fand an diesem Tag wieder eine feierliche Beisetzung für mehr als 300 Todesopfer statt. "Die mühsame Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Gedächtnisfeier soll auch ein wenig an die Strapazen der Kriegsopfer erinnern, die fliehen konnten und tage- und wochenlang durch Wälder irrten, um in Sicherheit zu gelangen", erklärt Monika Gonzalez Dehnhardt, Gruppenleiterin und Teilnehmerin der Fahrt. „Die Erfahrungen, die ich unterwegs gemacht habe, die Erzählungen von Überlebenden und an KZs erinnernde Lager, haben mich tief bewegt und sehr betroffen gemacht." „Die Reise war geprägt von hoch emotionalen Momenten. Viele Menschen haben ihren Tränen freien Lauf gelassen", erinnert sich Pfarrer Krönung. „Es war ein kollektives Gefühl der Trauer, unglaublich ergreifend." Mit Jugendlichen in Srebrenik und Tuzla verbrachte die Kassler Gruppe unter fachlicher Leitung von Dr. Benjamin und Amira Bieber von der Forschungsgruppe Bosnien Tage der Begegnung mit Gesprächs- und Besichtigungstouren, einem Wandertag und einem erholsamen Badetag im Salzsee der Stadt Tuzla. Gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde feierten die Teilnehmer in Husino den Sonntagsgottesdienst. Das „herzförmige" Land im ehemaligen Jugoslawien und gastfreundliche Menschen beeindruckten auf dem sommerlich heißen Balkan. Auch stand der Besuch in einem Flüchtlingscamp auf dem Programm.
 
[Download Reisebericht 2008]

Hintergrund

Was geschah in Srebrenica?
Im Juli 1995 waren bosnisch-serbische Milizen in die damalige UN-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten an den leichtbewaffneten niederländischen Blauhelmsoldaten vorbei rund 8000 Muslime - vorwiegend Männer und Jungen - verschleppt und getötet. Als Hauptverantwortliche gelten der vom UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien gesuchte frühere Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, und sein damaliger Kommandeur Ratko Mladic. Beide sind nach wie vor flüchtig. Das Massaker von Srebrenica gilt als das schwerste in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Sowohl der Internationale Gerichtshof wie auch das UN-Kriegsverbrechertribunal stuften es als Völkermord ein. Nach Ende des Bosnien-Krieges (1992-1995) wurden in der Gegend mehr als 60 Massengräber gefunden.

Nachtrag:
Nur wenige Tage nach unserer Rückkehr wurde in Belgrad der bosnischer Serbenführer Radovan Karadzic verhafte, der seit mehr als zehn Jahren gesucht wurde. Das Haager Uno-Tribunal wirft Karadzic Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs vor.

An den Kosten der Fahrt hat sich neben den Kasseler Kirchengemeinden St. Joseph und St. Laurentius die Stiftung Glauben+Helfen der Familie Krönung großzügig beteiligt. Die Malteser vom Petersberg haben Ihren MTW zur Verfügung gestellt. Vergelt´s Gott!

Papst Benedikt hat in diesen Tagen die Weltreligionen aufgerufen, mit einer Stimme gegen Gewalt zu predigen. „In einer Welt, die von unheimlichen und unüberlegten Formen von Gewalt bedroht ist, drängt die einheitliche Stimme der Religionsvertreter Nationen und Gemeinschaften, Konflikte friedlich zu lösen und das mit vollem Respekt für die Menschenwürde."
[Mehr Informationen...]

 

 

Zum Seitenanfang ^