Neue Autobahnkapelle in Kassel

„Licht auf dem Weg“ – so heisst die Kapelle die im Oktober 2009 zwischen den Parkplätzen des Rasthofes Lohfeldener Rüssel eingeweiht worden ist.
Inhaberin des Rasthofes ist die Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG), die neben dem Unternehmer Prof. Dr. h.c. Heinz Fehr (Lohfelden) als Sponsor sowie der evangelischen und der katholischen Kirche den Bau ermöglicht: Link und http://www.autobahnkirche.info/

Impulse aus Deutschland

Eine Ökumenische Seelsorgegruppe für Brummifahrer hat sich 2005 gegründet Ihr gehören Pfarrer, Diakone und Polizisten an.. Die ökumenische Arbeitsgruppe „Fernfahrer-Seelsorge in Deutschland“ will neben persönlicher Ansprache einzelner auch  Fernfahrer an Stammtischen und über Sorgentelefone betreuen. Für die  Organisatoren geht es auch um politische Lobbyarbeit für die Bedürfnisse der rund zwei Millionen Fernfahrer. Für die 1,2 Millionen Lastwagen, die täglich durch Deutschland rollen, gibt es nur 35.000 Stellplätze, wird immer wieder zitiert.

Die Einsamkeit der Fahrer, die während ihrer Arbeit ja alleine sind und lange Strecken zurücklegen, und das oft für Tage und sogar Wochen, ist ein Feld der Seelsorge. Ein Mitarbeiter der Bischofskonferenz formuliert: "Diese Tatsache macht es schwierig, soziale Verbindungen zu festigen, auch innerhalb der eigenen Familie. Dazu kommen noch die harten Arbeitsbedingungen der Fernfahrer, die fast bis zur direkten Ausbeutung gehen. So kann man sie in der Tat als ‚arme Menschen’ bezeichnen, für die die Kirche sich in vorzüglicher Weise einsetzen muss. Sie sind aufgeschlossen für die Seelsorge, die sie dort erreichen muss, wo sie sich aufhalten, auf den Parkplätzen, im Autogrill. So sollten also die Seelsorger und die Mitarbeiter in der Seelsorge dort zu finden sein, wo die Fernfahrer sich längs der Straße aufhalten. Eine positive Erfahrung in diesem Sinn ist „Kanal K“, das Telefon für Fernfahrer, was auf Initiative der Kommission der Firmenseelsorge in Süddeutschland entstanden ist. Mittels dieses Telefons kann sich der Fernfahrer mit einem Priester oder einem Mitarbeiter in der Seelsorge in Verbindung setzen."

Aus der Festpredigt zum 100. Geburtstag

„Ich bin überzeugt: ohne dieses Miteinander und Füreinander aus sieben Ortschaften wäre es vor 100 Jahren nicht zum Bau dieser Kirche gekommen. Sich gegenseitig kennenzulernen, ist die Aufgabe der Gemeinde. Katholiken aus 55 Nationalitäten gibt es in der Pfarrgemeinde. Sie gelte es zu suchen und kennenzulernen. Es gibt keine Nationalkirche, keine polnische, italienische, spanische, deutsche, es gibt die eine, heilige, katholische, apostolische Kirche.“
Weihbischof Johannes Kapp, 16.Sept.2007 auf dem Rothenberg

Brief an Geschiedene sorgt
für Aufsehen und Freude

Aktuell entschuldigt sich ein Kardinal dafür, dass die Kirche im Umgang mit Geschiedenen und Wiederverheirateten oft so hart wirkt.
Er bittet auch um Verständnis dafür, dass die Kirche diese Personen nicht zur Eucharistie zulässt – trotzdem seien sie, wie er betont, aber dringend zur Mitfeier der Messe und zur aktiven Teilnahme am Leben der Kirche eingeladen. Ein Punkt ist dem Mailänder Erzbischof (und Nachfolger des heiligen Ambrosius) so wichtig, dass er es auch Fernsehteams gegenüber wiederholt: „Die Betroffenen denken ja oft, dass sie wegen ihrer Lage nur noch am Rand der Kirche stehen oder sogar richtiggehend aus ihr ausgeschlossen wären. Aber das ist gar nicht wahr.“ Geschiedene und Wiederverheiratete seien keineswegs exkommuniziert. | Ganz lesen...

Unsere pastorale Aufmerksamkeit für die Fernfahrerseelsorge 

LKW-Schlange auf dem Rothenberg. Unsere pastorale Aufmerksamkeit gilt auch der Fernfahrerseelsorge (März 2008)
Das große Mercedes-Achswerk (Mercedes Platz, 34127 Kassel-Rothenditmold) steht nur wenige Schritte von der St. Josephs Kirche auf dem Rothenberg entfernt.
"Rheinmetall", "Bombadier", "Thyssenkrupp", "Akros", "Henschel"... Firmennamen in großer Zahl sind hier im Norden von Kassel darüber hinaus beheimatet, hier wo Loks und Achsen gebaut werden und viele tausend Menschen im "Werk Mittelfeld" arbeiten.

Die "Seelsorge für Menschen unterwegs", LKW-Fahrer, Reisende... findet auch bei uns eine "Raststätte".
Der "Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs" macht immer wieder auf diese Berufsgruppen aufmerksam. Hier auf dem Rothenberg wollen wir unsere pastorale Aufmerksamkeit vertiefen für die Menschen, die mit der Mobilität ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien bestreiten. Die Kirche des Hl. Joseph soll ein Ort dafür sein. Wir werden Gelegenheiten schaffen, um uns  mit den Menschen zu treffen, die von Berufs wegen auf der Straße arbeiten, denn sie erfahren deutlicher das Alleinsein und die Trennung von ihren Familien als die anderen, die aus persönlichen oder familiären Gründen das Auto benutzen.
Unsere Gebet gilt Ihren Sorgen, Freuden und Nöten!

Mit freundlichen Grüßen und Segenswünsche für allzeit gute Fahrt!
Stefan Krönung, Pfarrer

Veranstaltungen für Fernfahrer und Familien

z.B. Wochenende für Fernfahrer und ihre Familien

Kirchliche Dokumente

SCHLUSSDOKUMENT des II. Internationalen Treffen der Seelsorge der Straße,  Vatikanstadt, 1. und 2. Dezember 2006 „ Auf der Straße der tragbaren Mobilität“

"Die deutsche Fernfahrerseelsorge befindet sich noch im Aufbau - Parkplätze statt Psalmen" - Seelsorger für Fernfahrer

Schwerpunkt Fernfahrerseelsorge in Heilbronn: Josef Krebs, Betriebsseelsorger im Stadt- und Landkreis Heilbronn

Gebetbuch für Fernfahrer

Erstes Truckergebetbuch mit dem Titel "Routenplaner - nicht nur für LKW-Fahrer" ist im Dezember 2007 erschienen. Mehr dazu....

Lektüre und Meinungsbildung

"Mobile Seelsorge für alle" - Fernfahrer sind oft einsam und. frustiert. Manchmal naht Hilfe – zumindest aber ein Kaffee (Artikel 11/2003)

Interview mit Erzbischof Joachim Kardinal Meisner von Köln: "Wir müssen als Christen unverschämter auftreten"

Anbetung, Feier des Glaubens, Straßenmission: Aktion "Nightfever" und die Mitarbeiterseite dazu.

Kardinal Lehmann über Paulus, den Straßenmissionar (PDF), Kirchentag 2007

Lebens- und Arbeitsbedingungen der Fernfahrer

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Fernfahrern und ihren Familien sind hart: „Fernfahrer sind eine wachsende Gruppe unter den Arbeitnehmern. Ungefähr 600.000 sind in Deutschland gemeldet. Zurzeit gibt es 30.000 offene Stellen. Jeder hat sich schon über einen langsamen LKW aufgeregt. Kaum einer denkt daran, dass sich hinter jeder Fahrerkabine ein Arbeitsplatz befindet“, heben Betriebsseelsorger immer wieder hervor. Die Fernfahrerseelsorge ist in einige Bistümern Deutschlands im Entstehen: „Das Zusammenwachsen in Europa wirkt sich besonders in der Speditionsbranche für die Fahrer negativ aus. Der Preisdruck nach unten führt dazu, dass Fahrzeiten erhöht und Ruhepausen verkürzt werden. So entstehen (selbst)ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, die durch hohen Termindruck, dichten Verkehr und große Verantwortung noch verschärft werden. „Die Fahrer sind meistens alleine, die Familie weit weg“, beschreiben Seelsorger deren Lebenssituation, Es gibt das Angebot, Einkehrtage gerade auch mit den Partnerinnen wahrzunehmen, um vorhandene Probleme anzusprechen und die Partnerschaft zu stärken.
Jede zweite Truckerehe ist geschieden und hat den besonderen Lebensverhältnissen der Fernbeziehung nicht standgehalten.

An Ostern 2008 konnten wir aus erster Hand davon beim gemeinsamen Osterfrühstück hören: Ein Trucker aus Polen war wegen eines Planungsfehlers seines Chefs vor der Josephskirche mit dem LKW gelandet. Die Ostertage verbrachte er auf dem Mercedes-Platz bevor der Dienstag entladen und weiterfahren konnte.