Stationen seines Lebens

Bruder Arkadius Maria (Wilhelm) Spieker FSC
* 10. November 1910 Kassel
Taufe: 13. November 1910, St. Joseph
+ 12. Februar 1945 Manila/Philippinen, Kapelle St. Joseph. Er starb im 35. Lebensjahr, im 18. Jahr seines Ordenslebens und im 10. Jahr
seiner ewigen Profeß.
DEUTSCHLAND
Kassel, St. Joseph
Schwarzwald
Bonn
Katholische deutsche Märtyrer des 20. Jahrhunderts
"Die katholische Kirche braucht sich ihres Weges durch die Bedrängnisse des 20. Jahrhunderts nicht zu schämen. Gläubige Menschen jeden Alters, Frauen und Männer jeder sozialen Herkunft und in den unterschiedlichsten Situationen, sind für den Herrn und seine Kirche eingetreten, sei es gelegen oder ungelegen (vgl. 2 Tim 4,2).
Für die meisten war es ungelegen, denn sie haben damit Familie, berufliche Vorteile, Karriere, Zukunftschancen usw., etwa auch ihrer Kinder und Angehörigen aus Treue zu Jesus Christus und seinem Evangelium aufs Spiel gesetzt."
Deutsche Bischofskonferenz 1999
100 Jahre Kirchengeschichte
im Internet
Unsere Pfarrchronik (100 Jahre St. Joseph) liegt hier für
Sie zum Download (PDF, 42443,73KB) bereit.
Spurensuche in Rothenditmold
Märtyrer Br. Arkadius Maria (1910-1945)
Der "Zeuge des Glaubens" Br. Arkadius Maria wurde als 2. Kind mit Namen Wilhelm Spieker als Sohn eines "Lok-Hilfsheizers" in der "Wolfhager Str. 97" am 10. November 1910 in Rothenditmold geboren und 3 Tage später in der "Josefsk." auf dem Rothenberg getauft.
Im Band 1 (1900-1935) findet sich der folgende Eintrag:

Leider sind kein weiteren
Hinweise auf seine religiöse Biographie dort verzeichnet und
es finden sich keine Akten und Notizen im Pfarrarchiv.
Das Haus Nr. 97 ist im Krieg zerstört worden. Das Haus steht in
der Nähe der Mombachbrücke und ist nur wenige Fußminuten vom
Hauptbahnhof in Kassel und zum "Unterneustadtbahnhof" enfernt
Eine Foto aus dem Jahr
2009 zeigt die Ansicht der "Wolfhager Str." so (Das Nachbarhaus
rechts Nr. 99 hat vielleicht noch das
Aussehen aus damaliger Zeit?):

Die Häuser liegen ebenfalls unweit des ehemaligen Werks "Henschel-Rothenditmold".
Auch das Bahnbetriebswerk "Kassel-Dreieck", das seit
Erweiterung des Hauptbahnhofs 1852 in der Nähe ab 1900
entstand und für Instandsetzung und Wartung und Beheimatung
von Loks gebaut wurde, hätte einen Arbeitsplatz für den
Familienvater Spieker sein können.
Die Chronik von
Rothenditmold (1906-2006), die unsere Familie Spieker
nicht kennt, führt dazu aus (S.9): "....Züge wurden den so
genannten Lokbehandlungsanlagen zugeführt. Man fuhr zunächst
über die Ausschlackgruben. Rußgeschwärzte Männer haben hier
die Feuerkisten entschlackt und Rauchkammern gereinigt. Der
Lokführer hat mit seinem Heizer die großen Wasserkräne
geschwenkt und den Tender gefüllt sowie Sand ergänzt. Dann
ging es weiter unter die Bekohlungsanlage. Hier wurden über
Kohlenkran und Trichter die Tender vollgepackt mit Kohle.
Die Arbeitsleistung des Heizers auf so einer Fahrt war 5-7 t
Kohle zu schippen. (...)."
Die Familie Spieker zog später mit der Beförderung des Vaters zum Eisenbahnknotenpunkt Warburg.
Als Schulbruder starb Bruder Arkadius Spieker FSC eines grausamen Todes in
Manila als Martyrer und
betete für seine Peiniger, wie glaubhaft überliefert wird.
Sein Todestag ist Sonntag, 12. Februar
1945.
Im Pfarrhaus auf dem Rothenberg war er nicht bekannt, in den
Häusern von Rothenditmold leider schon fast vergessen.
Einem Hinweis eines alten "Rothenbergers" verdanken wir die
Erinnerung an einen mutigen jungen Mann aus unserem
Stadtteil, dem wir weiter nachgehen wollen und müssen! Sein Vorbild lehre
uns, und seine Fürsprache helfe uns, Gott und den Menschen zu dienen.
Größere Kartenansicht
Hintergrund:
Zahlreiche Ordensmänner aus den Missionsorden haben im letzten Jahrhundert einen hohen Blutzoll: die Herz-Jesu-Missionare, die Missionsbenediktiner, die Steyler Missionare, die Schulbrüder der Christlichen Schulen, die Jesuiten, die Mariannhiller Missionare und die Salesianer Don Boscos.
- Hinweis der Deutschen Bischofskonferenz zur Veröffentlichung des Deutschen Martyrologiums (1999).
