Stationen seines Lebens
Bruder Arkadius Maria (Wilhelm) Spieker FSC
* 10. November 1910 Kassel
Taufe: 13. November 1910, St. Joseph
+ 12. Februar 1945 Manila/Philippinen, Kapelle St. Joseph
> Spurensuche in Rothenditmold
DEUTSCHLAND
Kassel, St. Joseph
Schwarzwald
Bonn
ASIEN/PHILIPPINEN
Universität in Manila
Die Universität „De La Salle“ in Manila ist 1911 von den Christlichen Schulbrüdern gegründet
worden und bemüht sich seit jeher um kulturellen Austausch und interreligiösen Dialog.
Die Universität inspiriert sich insbesondere an dem Gründer der Institution, dem heiligen Jean-Baptist De La Salle und ist als katholische Universität insbesondere für das hohe Bildungsniveau
bekannt, das auch von nichtkatholischen Studenten geschätzt wird.
Die Kirche hat Bruder Arkadius in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen im Auftrag des Papstes.
Hintergrund
Wikipedia:
Die Schlacht um Manila
"Am 2. Januar 1942 besetzte die japanische Armee Manila. Während der Besatzungszeit kam es zu entsetzlichen Greueltaten japanischer Truppen gegen die Zivilbevölkerung. Es kam zu Massenerschießungen, Folter und Vergewaltigungen. Menschen wurden lebendig verbrannt oder mit dem Samurai-Schwert geköpft.(...) Nach der erfolgten Landung der Amerikaner auf Luzón begann ab dem 5. Februar 1945 unter dem amerikanischen General Douglas MacArthur der Rückeroberungskampf um die Stadt. Um Manila kam es zu verlustreichen Häuserkämpfen, da sich die japanische Armee verschanzt hatte. Die Schlacht um Manila (1945) führte zur weitgehenden Zerstörung der Stadt (vor allem der spanischen Altstadt)", schreibt Wikipedia: Manila.
Links
"The Sack of Manila ("This Web Page is in Honor of: All the Victims of the "Manila Massacre." Accessed July 13, 2006)
Katholische deutsche Märtyrer des 20. Jahrhunderts
"Die katholische Kirche braucht sich ihres Weges durch die Bedrängnisse des 20. Jahrhunderts nicht zu schämen. Gläubige Menschen jeden Alters, Frauen und Männer jeder sozialen Herkunft und in den unterschiedlichsten Situationen, sind für den Herrn und seine Kirche eingetreten, sei es gelegen oder ungelegen (vgl. 2 Tim 4,2).
Für die meisten war es ungelegen, denn sie haben damit Familie, berufliche Vorteile, Karriere, Zukunftschancen usw., etwa auch ihrer Kinder und Angehörigen aus Treue zu Jesus Christus und seinem Evangelium aufs Spiel gesetzt."
Deutsche Bischofskonferenz 1999
100 Jahre Kirchengeschichte
im Internet
Unsere Pfarrchronik (100 Jahre St. Joseph) liegt hier für
Sie zum Download (PDF, 42443,73KB) bereit.
Das Massaker in Manila
Glaubenzeuge und Märtyrer aus St. Joseph
Das Massaker in Manila Manila (Maynila auf Filipino) ist die Hauptstadt der Philippinen. Die Stadt steht auf dem östlichen Ufer der Bucht von Manila auf der Insel von Luzon. Manila wird häufig die Perle des Orients genannt. 1570 war sie von Spaniern für die spanische Krone erobert worden. Damit hatte eine lange Periode spanischer Kolonisation begonnen. Manila war von japanischen Streitkräften am 2. Januar 1942 eingenommen worden. Am 1. ‚Februar war ein japanischer Offizier im Kolleg erschienen und hatte die sofortige Räumung des Gebäudes verlangt. Teile des Kollegs diensten bereits als Unterkunft für japanische Soldaten oder als Lazarett. Auch auf die Vorstellung hin, dass innerhalb von 48 Stunden mit Beschuß der Amerikaner zu rechnen sei, wollte der Bruder Direktor Egbert Xavier, ein Ire, nichts von der Räumung wissen. Er wollte für alles die Verantwortung übernehmen. Da Bruder Mutwald William die schwierige und äußerst gefährliche Situation anders als sein Oberer beurteilte, ging er zum Erzbischof Michael O’Doherty und fragte ihn, ob die Brüder das Kolleg vorübergehend verlassen dürften, zumal der japanische Offizier den Br. Direktor dazu ja aufgefordert hatte. Der Erzbischof erteilte die Erlaubnis; er bot sogar drei Ausweichquartiere an. Der Bruder Direktor hatte eine andere Auffassung. Er verpflichtete die Brüder am folgenden Tag auf einer Brüderversammlung im Gehorsam, das Haus nicht zu verlassen. Auch der Nuntius Nuntius Guglielmo Plani, den man gefragt hatte, riet, Br. Xavier zu gehorchen. Gegen seine eigene Überzeugung beugte Bruder Wilhelm sich den Anordnungen seines Obern. Alle Brüder blieben. Am Sonntag, dem 12.2.1945, war die Front besonders nahe gerückt. Der Beschuss war ausserordenlich stark, so dass kein Gottesdienst gefeiert werden konnte. Mittags kam ein japanischer Offizier und behauptete, vom Kolleg aus sei der Japanische Club beschossen worden. Er untersuchte das Haus nach geheimen Ausgängen, fand jedoch nichts. Kurze Zeit später kam der Offizier mit etwa 20 Soldaten zurück. Ihre Augen waren blutunterlaufen und einige stark angetrunken. Der Offizier stieß einen gellenden Schrei aus und feuerte einen Schuss als Startsignal für das nun folgende Massaker ab. Da im Haus weder Partisanen noch Heckenschützen waren, wird der Hass auf den christlichen Glauben die tiefere Antriebsfeder der Soldateska gewesen sein. Es begann im gesamten Haus ein Schießen und Stechen mit aufgepflanzten Seitengewehren. Vor allem im Keller, wo sich etliche Familien auch mit Kleinkindern vor den Kriegshandlungen in Sicherheit gebracht hatten, gab es ein fürchterliches Gemetzel. Einige wurden mit dem Schwert aufgeschlitzt, andere mit den Bajonetten in Stücke gehauen. Eine schwer verwundete Frau wurde unter dem Grölen der Soldaten bei lebendigem Leib in Stücke geschnitten. Wer konnte, floh in die Kapelle des Hauses im zweiten Stock. Schon am Kapelleneingang begann das schlimmste Abschlachten der wehrlosen Menschen, deren Schreie gemischt waren mit leisen Gebeten der sterbenden. Bruder Mutwald war mit Bruder Viktorinus und Bruder Antonius auf der Evangelienseite vor dem Altar. Ein sechjähriger Junge lief auf die Brüder zu, wurde von hinten erstochen, hochgehoben und auf den Gang geschleudert. Es gab 17 Schulbrüder im Kolleg, von denen 16 grausam umgebracht wurden. Auch die Bitte eines sehr gut japanisch sprechenden Bruders um Verschonung, da alle unschuldig und die Brüder Deutsche seien, blieb unbeachtet. Laust Aussage von Br. Antonius, dem einzigen deutschen Bruder, der das Massaker überlebte, wurde Bruder Mutwald William von den japanischen Soldaten mit dem Bajonett erstochen. Schwerverletzt überlebte der Hausgeistliche, der Redemptoristenpater Francis J. Cosgrave, der später einen Augenzeugenbericht über das Massaker verfasst hat. Die japanischen Soldaten legten am Eingang der Kapelle ein Feuer, in das sie die Bücher hineinwarfen. Etliche Brüder und philippinische Zivilpersonen starben erst viele Stunden später an ihren schweren Verletzungen. Mit dem Abzug der Japaner aus der Kapelle war das Massaker beendet. Wie lange es gedauert hat, vermag niemand anzugeben. In der Kapelle rührte sich nichts mehr. Versteckt überlebten 27 Angestellte und deren Angehörige. Am 23. Februar 1945 wurde Manila durch die amerikanischen Truppen unter General Douglas MacArthur befreit. Erst mit ihrer Hilfe gelang es, die Überlebenden zu Pflegen und die Toten zu begraben Der Leichnam von Bruder Mutwald William Hengelbrock wurde mit den anderen Brüdern gemeinsam auf der Rückseite der Jefferson Grundschule in Paco, einem Teil von Manila nicht weit entfernt vom La Salle College, beerdigt. Mit den Toten Familienangehörigen, die im College Zuflucht gesucht hatten und auch getötet worden waren, und den getöteten Brüdern wurden insgesamt 41 Menschen an dieser Stelle notdürftig beerdigt. Unter der Aufsicht von Bruder Alphonsus Bloemen, dem damaligen Direktor der Schule, wurden 1949 alle 41 Opfer exhumiert und geborgen. Man legte die Überreste in drei hölzerne Sargbehälter. Diese wurden feierlich au dem La Loma Friedhof (North Cemetery) in Quezon City, 10 km nördlich von Manila, am 12. Februar 1949 beerdigt.

Heilige und Blutzeugen im letzten Jahrhundert
Es war Papst Johannes Paul II, der in seinem Apostolischen Schreiben "Tertio millenio adveniente" vom 10. November 1994 die Ortskirchen aufgerufen
hatte, die Märtyrer des 20. Jahrhunderts aufzulisten, weil
ihm klar geworden war, dass am Ende des zweiten Jahrtausends die Kirche erneut zur Märtyrerkirche
gewachsen war.
Die Verfolgung von Gläubigen - Priestern, Ordensleuten und Laien -
führte in verschiedenen Teilen der Welt zu einer reichen Saat von Märtyrern
(Blutzeugen).
Das Zeugnis für Christus bis hin zum Blutvergießen ist zum gemeinsamen Erbe von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und Protestanten geworden, wie schon Paul VI. in der Homilie bei der Heiligsprechung der Märtyrer von Uganda betonte.
Das ist ein Zeugnis das nicht vergessen werden darf" (Nr. 37)
und zur Herausgabe eines Buch der Märtyrer nach dem Willen des Heiligen Vaters
geführt hat. (Moll, Zeugen, 2000/2006, u.a.)
Darin ist auch vermerkt, dass zahlreiche Ordensmänner aus den Missionsorden
einen hohen Blutzoll gaben: die Herz-Jesu-Missionare, die Missionsbenediktiner, die Steyler Missionare, die Schulbrüder der Christlichen Schulen, die Jesuiten, die Mariannhiller Missionare und die Salesianer Don Boscos.
- Hinweis der Deutschen Bischofskonferenz zur Veröffentlichung des Deutschen Martyrologiums (1999).
